Entertainment auf hohem Niveau

Professionelles Auftreten hat nichts mit Technik zu tun

Professionelle Präsentationen benötigen weder Powerpoint, noch andere technische Hilfsmittel. Es kommt darauf an, die Zuhörerschaft zu fesseln. Das geht bildgestützt leichter als nur über die Rede. Im Endeffekt ist es aber egal, ob die Präsentation mithilfe von Flipcharts, einzelnen Folien auf dem Tageslichtprojektor oder tatsächlich einem Programm wie Powerpoint unterstützt wird. Auch Anschauungsmaterial zum Herumreichen, anregend aufbereitete Handreichungen oder ein simples Tafelbild (für Technikfreaks dann doch per Smartboard) veranschaulichen eine Rede ebenfalls. Wer über irgendetwas spricht, das mit dem Hören zu tun hat, sollte selbstverständlich das respektive Audiomaterial einsetzen. Und die verschiedenen Hilfsmittel dürfen auch miteinander verbunden werden. Ein Beispiel: Auf dem Whiteboard wird mit Marker der aktuelle finanzielle Kurs eines Unternehmens grafisch dargestellt. Nun geht es um die Zukunftsperspektiven: Eine gewisse Neuerung in den Vertriebswegen hat Auswirkungen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Zukunftsperspektiven darzustellen. Das Diagramm kann ausgewischt und durch ein neues ersetzt werden. Die neue Linie kann einfach eingezeichnet werden, in einer anderen Farbe. Oder mit einem kleinen Beamer (wahlweise bereits genannter Tageslichtprojektor) kann das neue, zukunftsweisende Diagramm als Bild einfach darübergelegt werden. Welche Methode gewählt wird, hängt alleine vom Stil der Präsentation, von der Zuhörerschaft und von dem geplanten Fortgang der Präsentation ab. Die Hilfsmittel müssen zweckgebunden eingesetzt werden.

Fachwissen fachlich korrekt, aber anschaulich vermitteln

Zu einer gelungenen Präsentation gehört eine gute Planung. Als erstes muss also zusammengetragen werden, was präsentiert werden soll. Daten und Fakten werden gesammelt und so übersichtlich wie möglich dargestellt, komplexe Sachverhalte müssen auf allgemein verständliche Sätze heruntergebracht werden. Und das alles sollte noch eine möglichst logische Abfolge haben, der berühmte rote Faden muss hinein.

Allerdings ist eine Präsentation, die aus einem vorgelesenen Fließtext besteht, alles andere als eine gute Präsentation. Es gehört mehr dazu. Sind Zahlen und Daten Teil der Präsentation? Kann man ganz einfach als Diagramm darstellen. Wer Entwicklungen in einem zeitlichen Ablauf darstellen will, kann das mithilfe einfacher aufeinander folgender Bilder tun. Das veranschaulicht nicht nur den Inhalt des Vortrags, sondern weckt die Zuhörer auch aus ihrem Dämmerschlaf.

Als grobe Regel sollte man sich merken, dass ein Satz in einer Präsentation höchstens drei Kommas aufweisen sollte. Kurze Sätze sind leichter zu verstehen, trotzdem sollte eine abwechslungsreiche, fesselnde Sprache verwendet werden. Und natürlich müssen Bilder und Diagramme erklärt werden. Fachausdrücke dürfen Verwendung finden, aber bitte nur in kleiner Dosis und mit einer kurzen Erklärung. Die darf übrigens zwecks „Einwirkzeit“ auch auf Folie präsentiert, angeschrieben oder in der Handreichung erwähnt sein.

Und das Selbstbewusstsein?

Vor mehr oder weniger bekannten Menschen zu reden, fällt nicht jedem leicht. Hier hilft aber einfach der Faktor Zeit: Je länger man das tut, je öfter man präsentiert, desto besser gelingt es. jede Präsentation sollte im Geiste, vor dem Spiegel oder vor dem Partner/der Partnerin mehrfach durchgegangen werden. Mögliche Unsicherheiten oder Fehler werden dadurch bewusst und können behoben werden. Übrigens hilft es auch, wenn wirklich zuerst ein Inhaltsverzeichniss allem, was gesagt werden soll, geschrieben wird. Auf dieser Basis kann ein Fließtext entstehen, parallel dazu wird das Bildmaterial geplant. Ist das alles vorhanden, wird der Vortrag geübt und anschließend kann der Fließtext auf einige wenige Stichpunkte reduziert werden. Denn bis zu diesem Punkt ist klar, was gesagt werden soll. Wer frei spricht, wirkt grundsätzlich professioneller als jemand, der alles abliest. Am sprachlichen Ausdruck kann man im Rahmen von Rhetorikseminaren feilen. Es hilft aber auch schon, einfach mal einen Band „Abiturwissen Deutsch“ durchzulesen. Humor, überraschende Momente und rhetorische Stilmittel sind immerhin in nahezu jedem literarischen Meisterstück enthalten. Übrigens ist schon die griechische Tragödie fünfstufig aufgebaut: Auf eine Situation folgt der Spannungsanstieg bis hin zu einem äußerst problematischen Höhepunkt, der aufgelöst wird (hier fallende Spannungskurve), es folgt die Erleichterung und das pointierte Ende. Und das Publikum wird selbstverständlich einbezogen.

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