Agil – oder doch klassisch?

Survival Guide Nr. 8 - von Mario Neumann

Agil – oder doch klassisch?

Eine Zusammenfassung meiner Survival-Guides finden Sie auch in meiner App "Projekt-Safari" - dem mobilen Karteikasten für Projektmanager.

Was kann man von der agilen Software-Entwicklung lernen?

„Unverhofft kommt oft“ – auch wenn Planung und Zielsetzung wesentliche Stützen des Projektmanagements sind, kommt es dann doch oft anders als erwartet. Zum einen verändern sich die Umgebungsbedienungen stetig und zum anderen kommt es im Unternehmen oder Projekt zum Wandel. Gleichzeitig sind Projekte oft auch Teil eines größeren Change im Unternehmen. Und trotz sorgfältiger Planung können „blinde Flecken“ entstehen: Wissen fehlt, Informationen sind lückenhaft oder einfach nicht mehr aktuell. Doch nun gilt es, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern zu lernen. Gutes Vorbild kann da die agile Software-Entwicklung sein, die ebenfalls oft Bestandteil des Projektmanagements ist!

Agile Software-Entwicklung – was ist das?

Kaum ein anderer Bereich ist so schnellem, fließendem Wandel unterworfen wie die Software- und IT-Entwicklung. Die immer schneller werdende Rechnerleistung lässt Programme schon nach wenigen Monaten wieder alt aussehen. Anfang des Jahrtausends manifestierte sich deshalb in Entwickler-Kreisen die sogenannte agile Software-Entwicklung, die ohne bürokratische Hürden mit weniger Regeln schneller ans Ziel gelangen möchte. Innerhalb der agilen Entwicklung wird vor allem gerne auf das Scrum-Modell zurückgegriffen, das auf der Idee beruht, dass die Komplexität heutiger Projekte eine langfristige Planung unmöglich macht und daher eher schnell und kontinuierlich auf Feedback reagiert werden sollte. Drei Säulen sind bei der Scrum-Methode wesentlich: Transparenz, Überprüfung und Anpassung. Dabei wird lösungsfokussiert vorgegangen ohne allzu starre Ziele zu vereinbaren; die Idee ist, dass während des Prozesses Veränderungen lehrreich sind und aktiv genutzt werden sollen. Unterteilt wird das Projekt bei der Scrum-Methode in sogenannte Sprints oder – in IT-Worten – in iterative Entwicklungszyklen. (Quelle: consol.de) Die Abstände können dabei sogar täglich sein!

Agile Methode: Offener Lernprozess

Im Gegensatz zu klassischen Projektmanagement-Methoden wird bei der agilen Entwicklung nicht von Anfang an alles detailliert geplant und zeitlich terminiert. Vielmehr wird das Gesamtprojekt in kleinere Teilprojekte aufgeteilt, um so schnell stabile Software-Teilstücke zu schreiben, die am Ende dann zu einem großen Ganzen zusammengesetzt werden können. Dies ermöglicht zum einen eine sehr gründliche Vorgehensweise, aber auch eine hohe Transparenz, denn in kurzen Abständen lassen sich immer wieder Ergebnisse überprüfen und anpassen. Gleichzeitig wird so auch eine klare Priorisierung wichtig, die „Spielerein“ oder unnötige Features schnell ausklammert.
Dieser offene Lernprozess hilft dabei, dass „blinde Flecken“ schnell erkannt und eliminiert werden können. Denn ohne das notwendige Wissen können die Entwickler nicht mit der Arbeit fortfahren. Gleichzeitig wird Information besser übermittelt, wenn in regelmäßigen Abständen Teilprojekte analysiert und evaluiert werden. Anforderungen an die Software werden so fast täglich überprüft!

Was bringt das im Projektmanagement?

  • Agile Methoden erlauben es uns auf Umwelt oder auch wirtschaftliche Veränderungen innerhalb eines Projektes schnell zu reagieren.
  • Der offene Lernprozess bringt mehr Wissen zu Tage und schärft die Ziele.
  • Die konsequente Priorisierung lässt Aufgaben deutlich werden und streicht Nebensächlichkeiten von der To-Do-Liste.
  • Klare Zuweisung von Aufgaben je nach Kompetenz bewirkt effizientes Arbeiten.
  • Die ständige Überprüfung von Zwischenergebnissen führt am Ende zu einem gründlich durchdachten Ergebnis.
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