Handbuch für den Projekt-Saboteur

Testgelesen - ein Buch von Dion Kotteman

Handbuch für den Projekt-Saboteur

INHALT

Zahllose Ratgeber zum Thema “Projektmanagement” erklären, mit welchen Teams, Tools und Taktiken der bestmögliche Erfolg zu erwarten ist. Nun kommt ein Buch dazu, dass genau das Gegenteil verspricht: “Das kleine Handbuch für den Projektsaboteur” deckt die teils perfiden Methoden auf, mit denen Heckenschützen aus der eigenen Abteilung das Projekt Stück für Stück in die Knie zwingen. Boshaftigkeit oder Rachsucht sind nur zwei von vielen Motiven für die Störfeuer. Häufiger, so die Autoren Dion Kotteman und Jeroen Gietema, geht es den Saboteuren um das eigene Überleben: Verläuft das Projekt erfolgreich, steht unter Umständen der eigene Job auf dem Spiel.

Das vorliegende Buch bietet einen Einblick in die Gedanken und Methoden eines Projektsaboteurs. So zeigt es notwendige Tools, um Projekte erfolgreich und professionell zu manipulieren, die Wahrheit im eigenen Sinne zu beeinflussen, und was für Folgen dieses Verhalten auf das Projekt hat. Schon zu Cäsars Zeiten galt: “Wer kämpfen will, muss seinen Gegner kennen.” Wer nicht weiß, was ihn antreibt und wie er operiert, wird auch nicht in der Lage sein, heimtückische Angriffe abzuwenden. Oder um es mit den Worten des französischen Ingenieurs und Erbauers des Suez-Kanals, Ferdinand Marie Vicomte de Lesseps, zu sagen: “Unsere Gegner sind die Lehrer, die uns nichts kosten.”

GEHALT

Das Buch behandelt die Methoden der Saboteure, denn gleich der erste Angriff gilt der bürokratischen Maschinerie des Projekts. Die Bürokratie braucht Methodik. Der Saboteur kann entweder verhindern, dass eine Methode angewandt wird oder aber anstreben, dass die Methodik so weit übertrieben wird, dass keine Bewegung im Projekt mehr möglich ist. Anschließend wird geprüft, wer als Projektsaboteur in Frage kommt – Auftraggeber, Projektmanager, Anwender, Spezialisten, Betriebsräte – und untersucht, welche Sabotage-Methoden dem Inhaber der jeweiligen Rolle im Projekt zur Verfügung stehen und wie er sie anwenden kann.

Bewertung:  4 Punkte (von 5)

GLIEDERUNG

Frei nach dem Motto “Know your enemy” stellen Kotteman und Gietema die häufigsten Sabotagetechniken vor – säuberlich getrennt nach Funktion und Projektverantwortung des Übeltäters. Denn querschießen können sie alle.

Bewertung:  5 Punkte (von 5)

VERSTÄNDLICHKEIT

Die Inhalte sind gut nachzuvollziehen, die Tipps für den Projekt-Saboteur wirklich “handfest”. Das Buch ist wie kaum ein zweites sehr vergnüglich zu lesen. Jeder erfahrene Projektleiter wird mehr als einmal nicken und “Ja, genau!” ausrufen. Erfreulich klare Aussagen, kombiniert mit Witz und Humor. Was will man mehr!?

Bewertung:  5 Punkte (von 5)

RELEVANZ

Mit einer satten Portion Zynismus behandelt “Das kleine Handbuch für den Projektsaboteur” die typischen Fallstricke in der Projektarbeit. Die Kernaussagen darin allerdings sind völlig korrekt und sollten jedem Projektleiter helfen, künftige Planungsfehler zu vermeiden und die Saboteure im Umfeld des Projekts schnell zu outen. Doch genau da liegt auch die kleine Kritik an dem ansonsten vergnüglich zu lesenden Büchlein: Es fehlt der Umkehrschluss, wie man dem Saboteur erfolgreich begegnet – der Leser ist dafür auf seine eigenen Ideen angewiesen.

Bewertung:  3 Punkte (von 5)

ZIELGRUPPE

Ich empfehle das kleine Büchlein allen Projektleitern und Auftraggebern, denen ihre Projekte tatsächlich am Herzen liegen und die sich von den Quertreibern nicht den Spaß an ihren Projekten verderben lassen wollen. Eignet sich übrigens auch als kleines Geschenk für Mitarbeiter und Kollegen, die Projekte managen – eine Prise Humor kann schließlich nie schaden!

MEIN FAZIT

Die Idee ist gut: Nur wer weiß, wie der Feind tickt, kann sich angemessen und erfolgreich schützen – und ihn im Idealfall ausschalten. Das kleine Handbuch für den Projektsaboteur ist eine willkommene Abwechslung zu all den Regalmetern zum Thema „Optimales Projektmanagement“. Die niederländischen Projektmanager Kotteman und Gietema sind zu lange im Geschäft, um solchen Ratgebern zu glauben. Sie wissen, auf welchen Widerstand selbst die aussichtsreichsten und bestorganisierten Projekte stoßen und welche leidige Rolle die Firmenbürokratie dabei spielen kann. Ganz so gut wie die Idee ist die Umsetzung des Büchleins leider nicht. Allzu oft bleiben die Hinweise an der Oberfläche. Man erfährt zwar, aus welcher Richtung Gefahr droht, aber wie sie sich im Arbeitsalltag zeigt, muss man sich selbst ausmalen.

Format Testgelesen
Themen
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