Well Team Times (224)

Ressourcen und Resilienz - Ein Gastbeitrag von Armin Poggendorf

Well Team Times (224)

Ressourcen und Resilienz
L
ebenskräfte + Widerstandskräfte

Der Begriff „Ressourcen“ wird nicht nur in den Wirtschafts­wissenschaften, sondern auch zur Beschreibung psycho­sozialer Zusammenhänge ge­braucht. Das aus dem Franzö­sischen stammende Fachwort bedeutet soviel wie: Quellen, Mittel, Möglichkeiten, Poten­ziale, Energien, Kräfte.

Ressourcen in der Salutogenese

Im Konzept der Salutogenese richtet man sein Interesse nicht auf spezifische Symptome, son­dern auf die Tatsache, dass der Organismus seine Ordnung nicht mehr aufrecht erhalten kann. Die genaue Art der Stö­rung interessiert dabei nicht. Das salutogenetische Konzept setzt auf die Stärkung von Res­sourcen, um den Organismus gegen schwächende Einflüsse widerstandsfähiger zu machen.
Ressourcenorientiert denken heißt, die ganze Person mit ih­rer Lebensgeschichte zu be­rücksichtigen und das gesamte Systems zu beachten, in dem die Person lebt. Es ist wichtig, die individuelle Geschichte und alle Lebensaspekte zu kennen, weil sich nur so die Ressourcen auffinden und för­dern lassen, die zur Gesund­heit beitragen können.

Widerstandsressourcen

sind Faktoren, die es einem Menschen erleichtern, Span­nungen zu bewältigen, seine Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern, seine Widerstands­fähigkeit zu erhöhen. Diese Faktoren sind:

  • individuelle Faktoren, zum Beispiel körperliche Konstitution, Intelligenz, Bewältigungsstrategien
  • sozio-kulturelle Faktoren, zum Beispiel soziale Unterstützung, finanzielle Möglichkeiten, kulturelle Stabilität, Familienfrieden, Gruppenklima, Betriebs­klima, Netzwerke

Widerstandsressourcen haben zwei Funktionen:

1) Sie ermöglichen uns, konti­nuierlich bedeutsame und kohä­rente Lebenserfahrungen zu machen. Je widerstandsfähiger wir sind, desto eher nehmen wir Herausforderungen an, wagen uns auf fremdes Gebiet oder stürzen uns auf neue Er­fahrungen.
2) Sie wirken als Potenzial, das dann aktiviert werden kann, wenn es für die Bewälti­gung eines Spannungszustan­des oder einer Lebenskrise er­
forderlich ist. Widerstandsressourcen und Widerstandsdefizite bilden ei­ne Polarität mit kontinuierli­chem Übergang. Der positive Pol steht für die Möglichkeit, Lebenserfahrungen zu machen, die das Kohärenzgefühl stär­ken. Am negativen Pol stehen Erfahrungen, die das Kohä­renzgefühl schwächen. Ein hohes Maß an kultureller Sta­bilität oder ein wohltuendes Gruppenklima können als Ressourcen betrachtet werden. Der Mangel an solchen Fakto­ren als Widerstandsdefizit oder als Stressor.
Kohärenz = stimmiger Zusammenhang, Stimmigkeit

Resilienz: Psychische Widerstandskraft

Resilienz ist ein Fachbegriff aus der Psychologie, er be­zeichnet die innere Stärke, die es einem Menschen ermög­licht, Krisen und belastende Situationen erfolgreich zu meistern.
Schicksalsschläge steckt der eine weg, der andere verzwei­felt. Die Scheidung, der verlo­rene Job, der Tod eines gelieb­ten Menschen – der eine ist immun gegen die Härtefälle des Lebens, der andere geht daran zugrunde. Was macht das Immunsystem der Seele aus? Welche innere Kraft des Menschen steckt dahinter?

Die psychische Widerstands­fähigkeit umfasst ein ganzes Bündel an Ressourcen, welche die Seele stärken. Die Wider­standsfähigkeit gegenüber exi­stenziellen, psychologischen und psychosozialen Härten ist sehr individuell.
(lat.) resilire = zurückspringen, abprallen (engl.) resilience = Spannkraft, Schwung, Elastizität, Widerstands­fähigkeit

Resiliente Menschen

erweisen sich auf lange Sicht als selbstsicher, zuverlässig und leistungsfähig. Was diese Menschen ihr Leben meistern lässt, ist eine gute Problem­lösungsfähigkeit und eine rea­listische Einschätzung der Le­bensumstände. In ihrer We­sensart sind sie ausgeglichen, flexibel, kommunikativ und wenig ängstlich. Eine wichtige Schlüsselfähigkeit liegt im Vertrauen in die eigene Selbst­wirksamkeit. Eine solche Hal­tung wird gestärkt durch:

  • Verlassen der Opferrolle
  • Ausrichtung auf Bewältigung
  • Zukunftsplanung
  • Optimismus
  • Akzeptanz
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Netzwerke und Freundschaften

Auch in der Wirtschaft ist Resilienz inzwischen wichtig. In Managementkreisen wird die Fähigkeit, Krisen zu trot­zen, als wichtiger Karriere­faktor gehandelt. Wo der Ar­beitsplatz chronisch in Gefahr und damit die eigene Existenz gefährdet ist, heißt es für viele, Nerven bewahren, auf bessere Zeiten hoffen und trotz pro­blematischer Rahmenbedin­gungen das Vertrauen in die eigene Kompetenz nicht zu verlieren. (Vgl. Jutta Beiner, DIE WELT, 17.07.2008)

Resilienz ist mehr als Krisen durchstehen

Resiliente Menschen bewälti­gen selbst harte Rückschläge. Dabei ist Resilienz mehr als das Anpassen an widrige Um­stände oder das Durchstehen von Krisen. Manchmal können extreme Stresserfahrungen so­gar Stärken hervorbringen, die der Betroffene vorher selbst nicht für möglich gehalten hat.
Es geht darum, die eigenen Stärken zu erkennen und aus­zubauen. Man kann stets nur vorhandene Ressourcen aus­bauen und darf dazu auch eine psychologische Begleitung in Anspruch nehmen. Zum Bei­spiel gilt es, die Verände­rungskompetenz zu stärken.
Zur Resilienz gehören ver­schiedene Faktoren, die bei je­dem anders ausgeprägt sind. (Vgl. Bärbel Schwertfeger, DIE WELT, 03.12.2005)

Resilienzfaktoren

Resilienz ist also die Fähigkeit, optimal mit Krisen, Misserfol­gen, Niederlagen und trauma­tischen Erfahrungen umzuge­hen. Die Journalistin und The­rapeutin Micheline Rampe hat sieben Resilienzfaktoren be­nannt.

Optimismus
Wer eine Krise bewältigen möchte, sollte fest daran glau­ben, dass Krisen zeitlich be­grenzt sind und überwunden werden können.

Akzeptanz
Die schwierige Situation sollte angenommen werden. Man hat zum Beispiel eine Absage be­kommen! Erst, wenn man den schmerzlichen Tatsachen ins Auge geblickt hat, kann man weitere Schritte unternehmen.

Lösungsorientierung
Optimismus und Akzeptanz führen zum nächsten Schritt. Es gilt zu überlegen: Was sind mögliche Lösungen für die gegenwärtige bedrohliche Si­tuation? Aber auch: Wie gehe ich mit dem Stress um, der eine akute Krise be­gleitet?

Opferrolle verlassen
In die Opferrolle zu schlüpfen, ist verführerisch. Irgendwann jedoch gilt es, sich auf seine Stärken zu besinnen, die Rea­lität angemessen zu interpre­tieren und wieder ins Handeln zu kommen.

Verantwortung übernehmen
Zu resilientem Verhalten ge­hören die Reife und die Be­reitschaft, Verantwortung für das eigene Tun zu überneh­men. Wichtig ist aber auch die Entscheidung, sich nicht zum Sündenbock zu machen.

Zukunftsplanung
Wichtig ist auch der Versuch, sich durch gute Vorbereitung gegen die Wechselfälle des Lebens zu schützen. Unter an­derem gilt es, das berufliche Entwicklungspotenzial reali­stisch einzuschätzen.

Netzwerkorientierung
Wichtig ist ein stabiles sozia­les Umfeld. Um dieses aufzu­bauen und zu pflegen, emp­fiehlt sich aktives Networking. Den Teilnehmern von team­dynamischen Trainings legen wir ans Herz: „Nutze das Netz­werk der Teamdynamiker.“ (Vgl. Rampe 2005)

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