Well Team Times (227)

Was ist ein System? - Ein Gastbeitrag von Armin Poggendorf

Well Team Times (227)

Was ist ein System?

Ein System ist eine geordnete Gesamtheit von Elementen, zwischen denen Beziehungen bestehen.
Ein System wird nur dadurch zu einem System, dass ein Beobachter eine Grenze darum zieht.

System und Subsystem (Untersystem)

  • Jedes System existiert als Subsystem in einem größeren System.
  • Jedes kleinere System erhält seine Existenz durch ein größeres
    System, dem es dient.
  • Jedes größere System kann nur existieren aufgrund von kleineren Systemen, die ihm
    dienen.
  • Fehlt in einem System ein Element, ist es also nicht mehr vollständig, so kann es seine Aufgabe nicht mehr
    richtig erfüllen und so dem höheren System nicht mehr angemessen dienen.
  • Konkurrieren mehrere gleichartige Systeme in einem größeren System (zum Beispiel in einem Betrieb), so bekommt dasjenige, das
    dem größeren System am meisten nützt, den Vorrang.

Systeme auf allen Ebenen

Alles in der Welt besteht aus Systemen, bewegt sich in Systemen, und kleinere Systeme bilden miteinander wieder größere Systeme.
Man spricht von Systemebenen. Systeme gehorchen hierarchischen Ordnungen, sie können nebeneinander existieren, miteinander vernetzt oder
ineinander verschachtelt sein.
Für den Erfolg eines Systems ist es wichtig, dass es möglichst reibungslos funktioniert und seine Aufgaben erfüllt. Dafür muss es sich in die Ordnungsstrukturen der höheren Systeme, sozusagen in höhere Zusammenhänge einpassen.
Da es kein Ding und kein Lebewesen in dieser Welt gibt, das alleine, nur auf sich gestellt existieren könnte, steht alles und jedes mit anderem in Verbindung, bildet also gemeinsam mit anderen Dingen oder Lebewesen ein System. Man könnte auch sagen, ein System ist eine Struktur, in
der die einzelnen Teile netzartig durch Verbindungskanäle zusammenhängen. Ob diese Kanäle nun sichtbar oder unsichtbar sind, sie dienen immer dem Austausch von Dingen, Stoffen, Energien oder Informationen.

Es gibt zum Beispiel physikalische, chemische, biologische, physiologische, psychologische, ökologische, technische, soziale und wirtschaftliche Systeme, je nachdem, auf welche Ebene wir schauen:
Atom, Molekül, Zelle, Organ, Körper, Mensch, Familie, Gesellschaft, Unternehmen, Volksstamm, Nation, Natur, Erdkugel, Sonnensystem oder Galaxie. Es gibt unvorstellbar große astronomische Systeme, die wir mit unserem Verstand (noch) gar nicht fassen können.

Jede Wissenschaft erfasst und betrachtet andere Systemebenen. Der Mensch gehört als Teil zu vielen Systemen, und er besteht aus vielen Subsystemen auf der körperlichen und mentalen Ebene. Darum lohnt es sich, die Gesetzmäßigkeiten zu verstehen, nach denen die Systeme
funktionieren, und er sollte die Bedingungen kennen lernen, unter denen Störungen auftreten können, aber auch Normalisierung und Gesundung, Erfolg und Wachstum sich einstellen können.

Jedes soziale System trägt das Potenzial zur Lösung seiner Konflikte bereits in sich. Mitunter müssen die Beteiligten nur „neu aufgestellt“ werden. Vgl. Rauscher 2003, 17 f.

Außengrenze des Systems

Jedes System hat eine Außengrenze, die mehr oder weniger durchlässig ist.

Bei der biologischen Zelle kann man das sehr schön studieren:
Die Zellmembran gibt der Zelle die Außengrenze, ist aber für bestimmte Stoffe durchlässig, für Wasser, Salze, Sauerstoff und anderes mehr. Zudem funktioniert sie als Kontaktorgan zu andere Zellen und als Kommunikationsfläche für das große Ganze. Zum Beispiel können
dort Hormonmoleküle andocken und dadurch die Zelle zu mehr Produktion veranlassen.

Beim Menschen gibt es zunächst die körperlichen Grenzen, die Haut und die inneren und durchlässigste finden wir in
den Lungenbläschen. Dort ist der Austausch am intensivsten. Meistens funktioniert der Kontakt und der Austausch mit anderen
Menschen oder weiteren natürlichen energetischen Systemen unbewusst. Das heißt, wir brauchen uns normalerweise nicht darum zu kümmern. Der Atem geht von alleine. Wenn es nötig ist, schwitzen wir von alleine. Wenn wir in einer schönen Landschaft spazieren gehen, merken
wir, dass uns das gut tut. Wenn wir einem interessanten Menschen begegnen, bemerken wir die Belebung, die wie von selbst gekommen ist.

Auch beim Familiensystem gibt es eine Außengrenze. Normalerweise weiß man, wo diese Grenze ist, wer sich innerhalb dieser Grenze befindet und wer außerhalb, wer dazugehört und wer nicht. Doch auch diese Grenze ist durchlässig. Es kommen durch die Paarbeziehung neue Erwachsene hinzu und dadurch auch neue Kinder. Die Durchlässigkeit der Außengrenze sorgt für weiteres Wachstum und Erneuerung.
Durch besondere Ereignisse und Schicksale erhalten noch weitere Menschen das Recht auf Zugehörigkeit zum Familiensystem.

Auch Betriebe, Organisationen und Institutionen haben eine Außengrenze, die naturgemäß eine hohe Durchlässigkeit hat. Mitarbeiter können neu eingestellt oder entlassen werden. Rohstoffe kommen in das System, Produkte verlassen es. Die Außengrenze des Systems braucht eine spezifische Kommunikationsfähigkeit. Ein Unternehmen muss wissen, was in der Gesellschaft und im Markt vor sich geht, wie die Kunden auf ein neues Produkt reagieren, wo und wie groß der Bedarf ist, wo die geeigneten Rohstoffe und wer die geeigneten Lieferanten sind.

Alle Betriebe sind in größere Systeme eingebunden: in die großen politischen, Wirtschafts- und Währungssysteme sowie in das globale ökologische System der Erde. Die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Teilsystemen, wie den einzelnen Unternehmen und den großen globalen Systemen, kommen erst in der gegenwärtigen Epoche so langsam ins Bewusstsein. Und nach und nach bekommen wir ein immer besseres Verständnis vom Zusammenhang der großen Natursysteme, die unsere Lebensbasis bilden. Vgl. Rauscher 2003, 23 f.

Soziale Systeme

Beispiele für soziale Systeme sind: Familie, Sippe, Schulklasse, Betrieb, Abteilung, Team, Organisation, Verein …

Überall, wo Menschen miteinander in Beziehung treten, hören sie auf, ausschließlich Individuen zu sein – sie werden Teil eines sozialen Systems. Diese Systeme sind aber mehr als die Summe der Einzelpersonen, aus denen sie bestehen. Sie funktionieren nach eigenen Regeln und können persönliche Absichten außer Kraft setzen.
Menschen sind immer auch Elemente sozialer Systeme. Aber diese Systeme haben eine verwirrende Eigenschaft: Sie funktionieren nicht so, wie wir wollen, sondern wir funktionieren, wie sie wollen. Und die Gesetze, nach denen sie funktionieren, können wir nicht außer Kraft setzen oder beherrschen. Wir können uns ihnen nur anpassen. Solange uns das nicht bewusst ist, haben wir wenig Handlungsmöglichkeiten.
Vgl. Holitzka/Remmert 2000, 13

Der Betrieb als System

Ein Betrieb ist:

  • ein sozio-technisches System
  • das eine ökonomische Leistung erbringt
  • zielgerichtet ist
  • auf Dauer angelegt ist
  • eine bestimmte Größe hat.

Der Betrieb ist Element von verschiedenen Umsystemen, er unterhält zu seiner Umwelt zum
Beispiel:

  • wirtschaftliche
  • technische
  • soziale
  • ökologische Beziehungen

Wie viele und welche Systeme, Elemente und Beziehungen man in einem Betrieb vorfindet, hängt ganz vom Interesse und von der Betrachtungsweise ab. So findet man in jedem Betrieb beispielsweise:

  • Produktionssystem
  • Leitungssystem
  • Zielsystem
  • Informationssystem
  • Abrechnungssystem
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